Die Vergebungsbitte, Istighfar, gehört zu den beliebtesten Gottesdiensten im Islam. Sie ist nicht nur für offensichtliche Sünden gedacht; der Prophet ﷺ selbst, der reinste aller Menschen, sagte: „Bei Allah, ich bitte Allah um Vergebung und wende mich täglich mehr als siebzig Mal reuig an Ihn.“ (Bukhari) Wenn der Gesandte Allahs ﷺ diese Praxis pflegte, zeigt uns das, dass Istighfar ein beständiges Bedürfnis der menschlichen Seele ist — nicht nur eine Reaktion auf Fehlverhalten, sondern ein Weg der Nähe zu Allah.
Was bedeutet Istighfar?
Das Wort Istighfar (اسْتِغْفَار) stammt von der arabischen Wurzel gh-f-r, die bedecken, schützen und vergeben bedeutet. Wenn wir Astaghfirullah sagen, bitten wir Allah, unsere Unzulänglichkeiten zu bedecken und uns vor deren Folgen zu schützen. Es verbindet Demut mit Hoffnung: die eigene Unvollkommenheit einzugestehen und sich zugleich an Den zu wenden, dessen Barmherzigkeit keine Grenzen kennt.
Was der Quran denen verspricht, die Vergebung suchen
Sure Nuh stellt eine der eindrucksvollsten Verbindungen im Quran zwischen Istighfar und weltlicher Versorgung her. Prophet Nuh (AS) sagte zu seinem Volk:
Bittet euren Herrn um Vergebung. Wahrlich, Er ist ein stets Vergebender. Er wird den Himmel in Strömen auf euch regnen lassen und euch mit Vermögen und Kindern mehren und Gärten für euch anlegen und Flüsse für euch fließen lassen.
Quran 71:10–12In Sure Az-Zumar (39:53) wendet sich Allah mit einem der hoffnungsvollsten Verse des Qurans an diejenigen, die unter Sünden leiden: „Sprich: O Meine Diener, die ihr euch selbst gegenüber zu weit gegangen seid, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit. Gewiss, Allah vergibt alle Sünden. Er ist der Allvergebende, der Barmherzige.“ Dieser Vers ist die direkte Antwort auf den Gedanken, dass die eigenen Sünden zu zahlreich seien, um vergeben zu werden.
Die besten Formeln für Istighfar
Die einfachste Form ist das Sprechen von Astaghfirullah (أَسْتَغْفِرُ اللَّهَ). Eine vollständigere Formel aus Abu Dawud lautet:
„Ich bitte Allah den Erhabenen um Vergebung, neben Dem es keine Gottheit gibt, den Ewig Lebenden, den Allerhaltenden, und ich wende mich reuig an Ihn.“ (Abu Dawud)
Darüber hinaus lehrte der Prophet ﷺ den Sayyid al-Istighfar — den Meister der Vergebungsbitte — ein umfassendes Bittgebet, in dem der Diener Allahs Herrschaft, seine eigene Erschaffung, den Bund und Allahs Gnade anerkennt und dann um Vergebung bittet. Er sagte: „Wer ihn morgens mit Überzeugung spricht und vor dem Abend stirbt, gehört zu den Bewohnern des Paradieses; wer ihn abends mit Überzeugung spricht und vor dem Morgen stirbt, gehört zu den Bewohnern des Paradieses.“ (Bukhari)
Wann ist Istighfar besonders empfohlen?
Der Unterschied zwischen Istighfar und Tawbah
Gelehrte unterscheiden beide: Tawbah (Reue) erfordert, die Sünde aufzuhören, sie zu bereuen und den Entschluss zu fassen, nicht dazu zurückzukehren. Istighfar ist weiter gefasst — es ist das mündliche und aufrichtige Bitten um Vergebung. Idealerweise gehen beide zusammen. Wenn der Quran sagt „Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch reuig an Ihn“ (Hud 11:3), verbindet er beide: das Bitten und die Umkehr.
Istighfar als ständigen Begleiter zu machen stärkt die gesamte Dhikr-Praxis. Für weitere Adhkar zum Einbauen in den Alltag, sieh dir unsere Anleitung zu den besten täglichen Bittgebeten und unsere Abend-Adhkar-Anleitung an.
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